Fachtagung digitales Rechnungswesen 2018 Quo vadis, Digitalisierung

Ich konnte gerade in Hamburg an der Fachtagung unseres Programmanbieters Addison teilnehmen. Themen der Tagung waren neben der Frage, wie es mit der digitalen Rechnungsstellung nach ZUGFeRD weitergeht vor allem Fragen zur Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens und der Finanzverwaltung.

Digitalisierung ist nicht nur in aller Unternehmer-Munde, sie stoppt weder vor dem Rechnungswesen noch der Finanzverwaltung. Gerade die Finanzverwaltung setzt im hohen Maße auf eine fortschreitende Digitalisierung.

So wird es für uns auf jeden Fall in Zukunft Zuwachs im Elster-Nest geben, um den Austausch von Schreiben, Bescheiden und Anhängen zu gewährleisten.

Die neuen Vögel werden sich Diva, Nachdigal und Rabe nennen und werden die Möglichkeiten des digitalen Austausches mit der Finanzverwaltung nicht nur für die Finanzverwaltung sondern hoffentlich auch für uns, als Steuerzahler und Kunden des Finanzamtes, erleichtern.

Aber wie sieht es bei der Finanzverwaltung tatsächlich aus? Denken wir an die holprige Einführung der E-Bilanz, oder an das Formular für die Körperschaftsteuererklärung 2017 welches erst im Spätsommer zur Verfügung stand. Abgabefrist der Erklärung war eigentlich der 31.05.2018 und zwar digital und dann ohne Elster-Modul?

Versetzen wir uns kurz einmal in die Lage der Finanzverwaltung. Nur kurz, keine Sorge. Ich gehe davonaus, dass hier die Bestrebungen groß sein werden, dieses Thema ordentlich nach vorne zu puschen. Die Finanzverwaltung hat nämlich ein großes Problem, sie muss sehr viele Steuererklärungen mit immer weniger Personal bearbeiten.

Wer will schon gerne dort arbeiten? Ein Jobvergleich in der Kneipe: „Na, was machst du denn so beruflich?“ –  „Bin Finanzbeamter…“ schafft nicht immer gleich neue Freunde. Aber Scherz beiseite, Massendatenverarbeitung und Fachkräftemangel sind auch dort ein großes Thema und Problem. Ohne viele Prozesse zu automatisieren und zu digitalisieren, wird man diese Probleme nicht lösen können.

Im Austausch auf der Tagung habe ich erfahren, dass NRW von allen Bundesländer auf diesem Gebiet Vorreiter ist und hier mächtig Gas gibt. Das ist sicherlich für den Steuerpflichtigen eine Herausforderung, aber auch gleichzeitig eine Chance für jedes Unternehmen. Sicherlich sind hier noch nicht alle Finanzämter auf dem gleichen Wissenslevel, Hamburg und Niedersachsen stecken nach den Tagungsberichten noch in den Kinderschuhen. Aber deswegen aus NRW nach Niedersachsen umziehen und damit die eigene Digitalisierung auf die lange Bank schieben, kann nicht die Lösung sein.

Mein Fazit: Digitalisierung wird sich in der Finanzverwaltung durchsetzen. Sie wird kommen. Wahrscheinlich nicht so schnell, wie es sich die Ämter wünschen, aber schneller als wir jetzt noch denken. Also, warum etwas Unaufhaltbares versuchen auszusitzen? Aktiv mitgestalten ist der Weg! Sowohl für die Steuerpflichtigen (Unternehmer) als auch für die Steuerberater.

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