Wird Addison bei der Digitalisierung abgehängt?

Wie ja schon gesagt, arbeiten wir mit der Kanzleisoftware von Addison und sind mit der Funktionalität der Software durchaus zufrieden.

Im Rahmen unserer Bestrebungen einen höheren Grad an Automation zu erreichen und unserem Ziel näher zu kommen, Erfassungsarbeiten möglichst gleich maschinell erledigen zu lassen, stoßen wir nur gerade ziemlich an Grenzen.

Addison hat im letzten Jahr im Rahmen der Addison move on to the next level Veranstaltungen bereits eine stark verbesserte Portallösung angekündigt und sogenannte Premiumpartner wie GetMyinvoices für das Portal vorgestellt.

Von der tatsächlichen Freischaltung ist bis heute nichts zu sehen. Auch haben wir Addison leider falsch verstanden, als es hieß, dass bereits im letzten Jahr eine Umsetzung erfolgen soll. Schaut man auf die Webseiten der als Premiumpartner angekündigten Unternehmen, muss man feststellen, dass Addison da nicht wirklich auftaucht.

Auch haben wir den Eindruck, dass der Portalumzug, den Addison im Moment durchführt, deutlich länger dauert, als dies erwartet wurde, denn von den neuen Portalmöglichkeiten können wir immer noch nicht profitieren und eine konkrete Ansage, wann denn ein Start erfolgt, liegen zumindest uns nicht vor.

Was das Ganze für uns so ärgerlich macht ist, dass Addison eben nicht ein Standardsetzer wie die Datev ist und scheinbar auch nicht von selbst auf Anbieter am Markt zugegangen ist, um Kooperationen anzubieten. Für uns hat das leider zur Folge, dass Schnittstellen zu Addison nicht verfügbar sind und damit von uns am Markt vorhandene Möglichkeiten nicht in dem Rahmen genutzt werden können, wie dies eigentlich möglich wäre.

Nach unserer Auffassung ist Scannen Buchen Archivieren (SBA) ein Auslauflaufmodell, da hier weiter auf einen Systembruch gesetzt wird, der vermieden werden sollte.

Ohne Systembruch arbeiten bedeutet aber auf Systeme zu setzen, die automatisiert zu lesenden Dateien erstellen und bearbeiten können. Über die X-Rechnung (Factur X) und die ZUGFeRD 2.0 Entwicklung haben wir hier schon gesprochen.

Addison scheint aber auch hier eher alte Schätzchen an den Mann bringen zu wollen, als innovativ auf Neues zuzugehen. Wir finden das sehr schade, zumal auch Anbieter wie Candis hier eher zur Vorsicht mahnen, da eine Verarbeitung der Daten über vorhandene Schnittstellen, wie der Datev Unternehmen Online Plattform, mit Addison eben nicht möglich ist.

Eine standardisierte und allgemein anerkannte Addisonschnittstelle gibt es, im Gegensatz zur Datevschnittstelle, eben nicht. Und Geld dafür zu verlangen, einen Schnittstellenstandard mit Addison nutzen zu können, sollte ein absolutes No-Go sein.

Die Geschwindigkeit, mit der Entwicklungen im Moment voranschreiten, ist zugegeben hoch und für Anbieter sicherlich eine Herausforderung.

Wenn sich Addison als Manager der Rockstars der Steuerberatung sieht, dann empfinden wir es allerdings als ein recht schwaches Bild, dass nicht alles getan wird, um dann auch an der Spitze der Bewegung zu stehen.

Abgehängt ist Addison vielleicht noch nicht worden, aber es gilt in jedem Fall wieder mächtig Boden gut zu machen, um das nicht zu werden und dorthin zu kommen, wo man sich zu Beginn des letzten Jahres vielleicht schon gesehen hat.

In einem sich schnell bewegenden Markt wird es unseres Erachtens für einen Anbieter wie Addison nicht möglich sein Schritt zu halten oder gar die Führung zu übernehmen, wenn nicht auf Kooperation gesetzt wird und in Vorleistung gegangen wird. Alles selbst zu entwickeln ist unmöglich, Angebote für Kooperationen zu machen, Schnittstellen zur Verfügung zu stellen und Entwicklungen zu begleiten geht schon. Vielleicht sind ja die ganz großen eigenen Lösungen gar nicht so wichtig.

Schaun wir mal…

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